Diese Woche in Podcasts (04.02.18)

logo Eigentlich “Diese Wochen in Podcasts” (im Englischen gibt es das schöne Wort fortnight für 14 Tage), denn die letzte Ausgabe ist einer Magen-Darm-Grippe zum Opfer gefallen. Daher zum Teil mehrere Folgen eines Podcasts.

Die üblichen Verdächtigen

atp Im Accidental Tech Podcast (ATP) #259 sind die drei Podcaster als Gruppe daran gescheitert, einen HomePod zu bestellen - alle stellten fest, dass sie zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keinen wollten, was sich aber je nach Entwicklung der zugehörigen Software noch ändern kann. Obwohl sich alle einig sind, dass sie von einem wirklich sehr guten Klang des Gerätes ausgehen, sind doch viele Einschränkungen zu beachten: das fehlende AirPlay 2, keine Möglichkeit neben AirPlay über einen physikalischen Anschluss Musik einzuspeisen und Unklarheit darüber, ob Siri für den HomePod plötzlich deutlich besser geworden ist.

Weiteres Thema ist die Freude daran, als Entwickler auch einmal ein einfaches Programm für sich selbst zu schreiben. In diesem Fall hat Casey eine Mac-Kommandozeilenapplikation geschrieben, die automatisch Umbenennungen und Kopieren in Ordner von Photos vornimmt. Die Zuhörer werden aufgerufen, dies auch zu tun, sei es auch in Form von Excelmakros oder Workflow-Abläufen.

Marco schließlich hat durch die neuen Erfahrungen mit einem Plattenspieler (für die Jüngeren: damit spielt man von großen Vinylscheiben Musik ab, muss spätestens nach 20 Minuten, die Platte umdrehen und kann nicht einfach einen Song überspringen) neben den natürlichen Nachteilen auch Vorteile entdeckt: Musik abspielen, die man direkt ohne Gerät auswählt, indem man ein zugehöriges Objekt nimmt und mehr oder weniger gezwungen sein, ein ganzes Album durchzuhören. Dies wollte er alternativ umsetzen und hat dazu einen Raspberry Pi mit einem zusätlichen SD-Kartenleser ausgestattet und auf kleine Karten je ein Album mit Musikdateien kopiert. Er war von der Erfahrung mit dem Raspberry Pi überraschend begeistert. Wenn man ein wenig Linuxkenntnisse mitbringt, ist es erstaunlich einfach, fast komfortabel, darauf kleine Projekte aufzubauen. Eine Erfahrung, die ich vollkommen bestätigen kann.

radar In einem Zweiteiler (115, 116) von Under the radar ging es noch einmal grundsätzlich darum, sich selbständig zu machen (“going indie”). Die Blickrichtung dabei ist natürlich einerseits geprägt von der Beschäftigung als selbständiger iOS-Entwickler und zum anderen vom Standort USA, so dass nicht alle Details für uns Mitteleuropäer anwendbar sind (Stichworte Krankenversicherung, Rechtsform, Steuern). Trotzdem sind die grundsätzlichen Gedanken natürlich auch hier richtig: wie plane ich die Finanzen, welche Dinge mache ich selber, wo bekomme ich weitere Beratung, welche Ausgaben werde ich haben, für welche Notfälle muss ich planen?

In Episode #117 sprechen David und Marco über ihre neuen iMac Pro. Und zwar einmal grundsätzlich darüber, wann und warum man als Entwickler neue Computer kauft, die prinzipielle Entscheidung zwischen Notebook und Desktop und schließlich die Erfahrungen mit gerade diesem neuen Computer.

talk Mit Gast Rene Ritchie schaut John Gruber in Folge #212 der Talk Show zurück auf Apples Jahr 2017. Als aktuelle Themen stehen der HomePod, die Spectre/Meltdown-Sicherheitslücken und die teils lächerlichen Schlagzeilen um Apples iPhone X im Vordergrund.

In Folge #213 ist John Moltz mal wieder zu Gast, bei den Themen gibt es Überschneidungen zur vorigen Folge. Dazu kommen einige Gedanken zu Steve Jobs, angeregt durch kurze Geschichten einer langjährigen Apple-Mitarbeiterin, die unter anderem maßgeblich am iPad gearbeitet hat. Auch an diesen zeigte sich einmal mehr, dass den überaus willensstarken Steve Jobs auszeichnete, dass er sich problemlos von bisherigen Überzeugungen trennen konnte, wenn er dazu gelernt hatte oder sich neue Argumente ergaben. Das ist etwas, das vielen Menschen, die ihre Identität stark mit ihren aktuellen Ansichten und Gedanken verknüpft sehen, nicht gelingt.

core In Episode 313 von Core Intuition berichten Daniel Jalkut und Manton Reece von Ihren Strategien, als (mehr oder weniger) Einzelentwickler von Produkten mit dem Kundensupport so umzugehen, dass die Kunden zufrieden sind, aber auch der Aufwand sie nicht davon abhält, das jeweilige Produkt weiter zu entwickeln. Weitere Diskussionen drehen sich um die Änderung, die Apple bei freien In-App-Käufen vorgenommen hat. Dies führt schließlich zu einer neuen Besprechung der jeweiligen Vor- und Nachteile des Verkaufens im App Store verglichen mit einem direkten Verkauf an den Kunden.

mpu John Siracusa ist nach einigen Jahren wieder zu Gast bei Mac Power Users. Er beschreibt, wie sich sein Setup geändert hat und welche Apps er mit welchen Arbeitsabläufen benutzt. Dabei betrachtet er auch seine Rolle im Unternehmen und allgemeiner, wie es gelingen kann, gute Ingenieure und Entwickler zu befördern ohne sie nach dem Peter-Prinzip automatisch bis zur Stufe der Unfähigkeit aufsteigen zu lassen. Er kann auch der administrativen Arbeit und speziell der Kommunikation zwischen technischen und nicht-technischen Mitarbeitern viel abgewinnen und sieht sie als bedeutende Herausforderung.

Abschließend bietet er - in Anlehnung an seine früheren tief gehenden macOS-Reviews - noch einen allgemeinen Ausblick darauf, wohin es mit Apple und dem Mac in Zukunft gehen könnte.

release Mit Episode #245 beginnen Charles Perry und Joe Cieplinski in Release Notes eine Serie von Podcasts zum Thema (geschäftlicher) Webseiten. Die erste Ausgabe konzentriert sich auf die Homepage als Ankunftsseite für alle möglichen Besucher (im Gegensatz zu landing pages oder verlinkten inhaltlichen Seiten). Als erster Eindruck, den die meisten Besucher bekommen ist die Homepage natürlich besonders wichtig und die Herausforderung besteht unter anderem darin, in wenigen Sätzen und Bildern einen guten Eindruck zu hinterlassen. Aber wie viel oder wie wenig soll hier stehen, welche Inhalte gehören auf die Homepage, wie geht man mit Stockphotos um - das sind nur einige der Fragen, die die beiden Podcaster beantworten.

Deutschsprachig

abteilung Die neue Abteilung liefert in Episode #24 den zweiten Teil der Betrachtung von Push-Mitteilungen, diesmal aus Sicht von Entwicklern und Publishern (Teil 1 hatte diese aus Nutzersicht betrachtet). Nachdem wir gesehen haben, wie nützlich und wertvoll Push Notifications für den Anbieter sein kann, ist es erstaunlich, wie leichtfertig manche mit dieser Möglichkeit umgehen. Denn wenn der Nutzer erstmal genervt ist (meist von zu vielen und/oder irrelevanten Notifications) und diese abstellt, führt meist kein Weg zurück. Also werden Tipps dazu gegeben, wie man die Notifications angemessen gestaltet (Stichwort Rich Notifications), führen bei Bedarf an genau die richtige Stelle in der App Stichwort Deep Linking) oder erlauben direkt in der Notification aktiv zu werden (Stichwort Actionable Push).

Daneben geht es wieder einmal darum, sich in den Nutzer hinein zu versetzen: was ist für ihn persönlich relevant und wie kann man ihm erlauben einzustellen, welche Notifications er sehen möchte. Auch zu dieser Folge wie den meisten anderen gibt es nicht einfach “Show notes”, sondern einen ganzen Blog-Artikel.

Meta

Apple hat mehr Daten aus seinem Podcastverzeichnis verfügbar gemacht und laut Wired zeigen diese: “It seems like podcast listeners really are the hyper-engaged, super-supportive audiences that everyone hoped”. Kaum jemand überspringt die Werbung oder bricht den Podcast ab. Erfolgreiche Podcasts gibt es in praktisch allen Formen und es ist zu erwarten, dass die Produzenten jetzt noch mehr experimentieren, da sie mehr Informationen über die Auswirkungen erhalten.

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