Diese Woche in Podcasts (11.02.18)

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Neuvorstellung

canvas Canvas: Ein Schotte und ein Italiener machen einen Podcast. Klingt ein bisschen wie der Anfang eines Witzes, ist aber eine Abwechslung von sonstigen US-amerikanischen Schwerpunkt der Podcasts. Canvas ist ein weiterer Podcast des relay.fm-Netzwerks und die Gastgeber sind Frasier Speirs und Federico Viticci.

Frasier betreut den Einsatz von mobilen Technologien an Schulen. Federico schreibt auf MacStories und ist in mehreren anderen Podcasts zu hören. In Canvas befassen die beiden sich ausschließlich mit dem Thema der mobilen Produktivität: wie kann man mit iOS-Geräten (also iPhones und iPads) am besten Dinge erledigen, was sind die nützlichsten Apps und Workflows.

So geht es in Episode #52 um das Thema ssh unter iOS. ssh steht für Secure Shell und ist eine Möglichkeit, sich auf anderen Computern sicher anzumelden und dort Befehle auszuführen. Frasier erklärt dazu, was man über ssh alles machen kann, auf welche Art ssh Sicherheit bietet, inwiefern die Anmeldung über Schlüsselpaare anstelle von Passwörtern komfortabler und sicherer ist und die Unterschiede der verschiedenen Apps für ssh.

Die üblichen Verdächtigen

core Core Intuition #314 beschäftigt sich damit, wie Apps und Services ein Ökosystem bilden können und wann es Sinn macht, Funktionalität zu integrieren oder trennen. Anlaß ist die kommende Version 2.0 von Sunlit, das sich inzwischen recht nahe an micro.blog orientiert. Später wird das Gespräch aus der letzten Folge fortgesetzt, bei dem es darum geht, wie man Featurewünsche und Bugberichte von Usern so verwaltet, das man sie bei Veröffentlichung des Features oder Fixes noch einmal informiert. Die meisten Systeme wie Issue tracker kennen nur den Status, das ein Issue (zu dem man hoffentlich den User eingetragen hat) bei der Implementation oder dem Fix geschlossen wird, jedoch nicht, wann die Version mit diesem Feature veröffentlicht wird. Hierzu werden einige Lösungsansätze diskutiert.

Folge #315 von Core Intuition ist ein Blick darauf, wie Daniel und Manton mit ihren guten Vorsätzen fürs Neue Jahr klarkommen. Februar ist ja der klassische Monat, in dem die Fitnessstudios nicht mehr überfüllt sind, weil der Schwung der guten Vorsätze bei vielen nachgelassen hat. Für Daniel gehört dazu, etwas von Twitter loszukommen und mehr im eigenen Blog und auf micro.blog zu schreiben. Dies führt in eine allgemeinere Diskussion über Soziale Netzwerke. Manton dagegen kämpft weiter mit der wachsenden Zahl an Supportrequests und versucht die Balance zwischen schnellen und hilfreichen Antworten zu finden. Weitere Themen sind die Entwicklung von Software für den Mac vs. iOS und die Abwägung zwischen Bugfixreleases und solchen mit dem Fokus auf neue Features.

release Release Notes (#246 und #247) mit dem zweiten und dritten Teil einer kurzen Serie zum Thema Webseiten. Es geht jetzt mehr um das Design, die Frage, ob man es überhaupt selber machen sollte oder lieber jemanden beauftragen und Fragen dazu, was ein modernes oder veraltetes Design ausmacht, welche Trends zu begrüßen sind. Spezifischer wird es dann, wenn es noch einmal um Bilder, Schriften, Farben usw. geht.

Die drei zentralen Ratschläge, die für mich auf vieles anwendbar sind, lauten:

  1. Schaue Dich um, was andere (Experten) machen, versuche - wenn Du kein Experte bist, es einfach zu halten und nicht zu viele oder zu extreme Dinge. Im Konkreten kann das hier bedeuten, bei ein bis zwei Schriften zu bleiben und sich für die Kombination von zwei Schriften Empfehlungen von Experten zu holen (google “font pairing”). Ähnliches gilt für Farben, hier hilft zum Beispiel Adobe ColorWheel.
  2. Probiere aus, was in Deinem Kontext funktioniert, habe eine lokale Kopie der Seite, in der Du Dinge ändern und ausprobieren kannst und lasse es eine Weile auf Dich wirken, zeige es anderen und hole Feedback ein. Nähere Dich so iterativ Deinem Ziel.
  3. Behalte immer im Auge, was Dein tatsächliches Ziel ist. Und dieses Ziel ist nicht eine wunderschöne, technisch perfekte und mit vielen anspruchsvollen Designelementen ausgestattete Seite. Sondern das Ziel hat mit Deinem Geschäft zu tun. Was willst Du erreichen, was sollen Deine Besucher an Informationen mitnehmen und machen? Dem sind alle technischen Aspekte unterzuordnen.

Der letzte Punkt bedeutet eben auch, dass man sich besonders auf den sogenannten “Call to action” konzentrieren sollte - was soll ein Besucher der Webseite optimalerweise tun (sich in eine Mailingliste eintragen, Facebook besuchen, etwas kaufen, ein Kontaktformular ausfüllen, …) und wie bringt man ihn am besten dahin? Die oftmals sehr früh eingeblendeten Aufforderungen können kontraproduktiv sein, wenn sie einem Besucher gezeigt werden, der eben noch gar nichts über den Anbieter weiß und sich zuerst mal informieren möchte.

radar Under the radar kümmert sich in Folge #118 um die schweren Probleme. In diesem Fall bedeutet das die Betrachtung der Aufgaben bei der App-Entwicklung, die so etwas wie eigene Forschung notwendig machen, sich also in Bereichen bewegen, die nicht zum Standard-Repertoire gehören. Oft geht es um die Analyse und Interpretation umfangreicher Daten (Audio, Video, Daten vom Bewegungssensor, usw.), die genannten Beispiele umfassen SmartSpeed und VoiceBoost in Marco’s Podcastplayer Overcast und die automatische Schlaferkennung durch die Apple Watch in einer kommenden Version von David’s Sleep++. Der Vorteil solcher anspruchsvoller Features ist neben dem gesteigerten Wert der App auch ein Zusatzpotenzial für das Marketing, das man dann aber auch bewusst und gezielt ausnutzen muss und eine Hürde für Nachahmer/Konkurrenten, die für ein solches Feature eben auch entsprechenden Aufwand betreiben müssten.

Als Entwickler sollte man im Kopf behalten, nicht zu viel Energie in solche Features zu stecken, denn für eine runde App gehören eben auch einfacher zu implementierende Standards dazu und genug Mühe mit dem User Interface, damit der Nutzer diese Features auch tatsächlich effizient verwenden kann. Beide Entwickler neigen auch bei solchen Forschungsthemen dazu, sich weniger akademisch und mit viel Theorie den Aufgaben zu nähern, als vielmehr durch einfachere Heuristiken, Ausprobieren und möglichst ausführlicher Visualisierung solcher Lösungsansätze. Für derartige Experimente kann gerne eine eigene App herhalten, die dann auch hinsichtlich der Codequalität eher nachlässig behandelt werden kann, da die folgende Integration in die eigentliche App sowieso ein Neuschreiben und -strukturieren des Codes verlangt.

talk Nach langer Zeit ist mal wieder Paul Kafasis von Rogue Amoeba Software in Episode #214 der Talk Show zu Gast bei John Gruber. Interessanter und vor allem amüsanter als man es erwarten sollte, sind die Diskussionen zu einer 10 Jahre alten Episode des legänderen Podcasts You look nice today mit Adam Lisagor, Scott Simpson und Merlin Mann, in der unter anderem ein Cocktail vorgestellt wird. Neben den ersten Erfahrungen mit dem HomePod spricht man über Rogue Amoeba’s neue Soundboard-App Farrago und den Gründen, diese nicht im Mac App Store anzubieten und natürlich über den Super Bowl.

atp Diese Woche sprach man im Accidental Tech Podcast #260 über die Aufregung bezüglich der Emoji-Verwendung durch iOS-Apps und dann sehr ausführlich über Todo-Apps mit ihren einzelnen Vor- und Nachteilen, speziell dann, wenn man kein komplettes GTD-System einsetzen möchte. Wer hier selbst auf der Suche ist, findet bestimmt gute Anregungen.

Deutschsprachig

abteilung In Folge #25 beantwortet “Die neue Abteilung”, was eine App kostet. Natürlich kommt da keine Zahl raus, denn es gibt ungeheuer viele Eigenschaften, die so einen Preis beeinflussen. Aber sie nähern sich eben genau diesen Eigenschaften und erklären, welche Entscheidungen die Kosten, aber auch das Ergebnis beeinflussen.

Zu den Aspekten gehört als erstes natürlich die Frage, wie die Entwicklung strukturiert sein soll: mit einer eigenen Entwicklungsabteilung im Haus (da starten die jährlichen Kosten vielleicht bei einer halben Million), mit einem Freelancer im Lande, mit einer Agentur oder mit Freelancern/Agentur im Ausland. Weiter geht es mit der Frage, auf wie vielen Plattformen entwickelt werden soll (iOS vs. Android, Smartphone und/oder Tablet) und wie das geschehen soll: nativ, hybrid, Web oder cross-plattform. Und dabei wurde noch gar nicht erwähnt, was die App denn eigentlich wie tun soll. Schließlich ist zu betrachten, welche Teile der App-Entwicklung extern bezahlt werden müssen - da geht es neben der Programmierung dann auch um Konzeption, Design, Tests, Marketing und Pflege.

Wenn man so alles einbezieht, gibt es - hier wird dann doch mal eine Zahl genannt - kaum sinnvolle Apps, die sich unter 10.000€ erstellen lassen. Wobei natürlich der Fall ausgenommen ist, bei dem man die brilliante App-Idee selber oder mit Freunden in der Freizeit umsetzt.

Update (13.02.18): Wie zu vielen anderen Folgen gibt es jetzt auch zu Folge 25 einen eigenen empfehlenswerten Blogeintrag bei der neuen Abteilung.

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